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Erfahrungsbericht
zum therapeutischen Klettern
(Mit freundlicher Genehmigung der Autoren)
Autoren: Lazik, D. und F. Bittmann
Institution: Institut für Sportmedizin und Prävention
der Universität Potsdam
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1. Einleitung und Problemstellung
In der Therapie sowie Rehabilitation von Erkrankungen und Behinderungen werden beständig neue Wege gesucht, die:
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zur Unterstützung von Heilungs- bzw. Rehabilitationsprozessen beitragen, |
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eine Integration von Personen mit verschiedenen Behinderungen einschließen, |
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zur Motivation des Patienten und somit |
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zur Optimierung von Leistungsfähigkeit und Lebensfreude beitragen. |
Gerade das vergleichsweise
neue Instrumentarium der Sporttherapie bietet hier gute Möglichkeiten
und wurde im Zuge seiner Entwicklung in den letzten Jahren oft überarbeitet.
Hierbei unterzog man sporttherapeutische Übungen biomechanischen,
bewegungsanalytischen oder elektrophysiologischen (EMG) Betrachtungen.
Diese Form der Objektivierung ist gegenwärtig jedoch nur bei
Übungen mit einfacher Bewegungsstruktur möglich. Werden
die Anforderungen an die Bewegungsausführung komplexer, dann
wird auch eine Evaluation der Effekte erschwert. So finden mitunter
neue Methoden, die sich auf Grund ihrer Komplexität einer biomechanischen
Analyse entziehen, nur schwer Anerkennung, obgleich sie möglicherweise
ein hohes therapeutisch wirksames Potential aufweisen.
Das Klettern als sinnvolle Ergänzung und Bereicherung des Trainings
in Therapie und Rehabilitation findet deshalb erst langsam Akzeptanz
und wird in den nächsten Jahren erst nach und nach Einlass in
die Trainingstherapie finden. Um dies zu unterstützen, aber auch
um die Therapiekontrolle medizinischer Maßnahmen zu effektivieren,
wäre es von Nutzen, geeignete Methoden zur Beurteilung der Effekte
des therapeutischen Kletterns zu entwickeln.
Neben den skizzierten grundsätzlichen Problemen bei der Evaluation der biologischen Effekte des Kletterns besteht außerdem der Bedarf, für diese neue Therapieform geeignete indikationsgerechte Übungs- und Trainingsprogramme zu erstellen und diese zu evaluieren. Daraus resultieren umfangreiche Erprobungen und Prüfungen, die noch viel Arbeit erfordern. Spezifische Trainingsanleitungen und Empfehlungen für den Einsatz des therapeutischen Kletterns bei konkreten Behinderungen bzw. Erkrankungen liegen bisher kaum bzw. nur sehr unzureichend vor.
2. Theoretische Grundlagen
Klettern kann den grundlegenden Bewegungsformen zugeordnet werden und ist gerade für das Kindesalter gut geeignet. Kinder leben ihren Bewegungsdrang oft spontan durch Klettern aus. Klettern stellt eine Belastungsform dar, die koordinative, konditionelle, aber auch mentale Qualitäten auf eine ganz spezifische Weise fordert und fördert. So werden u.a.:
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große
Muskelgruppen, wie z.B., die den Rumpf stabilisierende Muskulatur
beansprucht, |
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Muskelgruppen gefordert, die sonst häufig vernachlässigt werden und die sonst schwierig zu trainieren sind (Hand- und Fußmuskulatur), |
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verschiedene und oft vernachlässigte koordinative Fähigkeiten trainiert, so
- die durch die abgestimmten Bewegungen aller vier Extremitäten
ganzkörperbezogene intermuskuläre Koordination (Kopplungsfähigkeit)
- die Fähigkeiten zur Raumorientierung und Balance, |
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Mut, Willenskraft und psychische Ausdauer entwickelt und somit |
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Voraussetzungen für sichere Beherrschung komplexer Bewegungsabläufe geschaffen. |
Hinzu kommen soziale
Komponenten des gemeinsamen Klettererlebnisses und die Fähigkeit,
eigene Grenzen auszuloten.
Klettern beinhaltet azyklische Bewegungen in Koordinationsmustern, die im Alltag nicht angetroffen werden. Das heißt jede Bewegung muss bewusst kontrolliert werden, da nicht auf die Basis automatisierter Bewegungsabläufe zugegriffen werden kann.
Es ist zu erwarten, dass Klettertraining immer dann einen therapeutischen bzw. rehabilitativen Effekt haben kann, wenn:
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die Ganzkörperspannung entwickelt, |
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Hand –und Fußkraft gesteigert (Fußstatik!), |
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komplexe Körperkoordination geschult, |
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Sinne trainiert (Lage, Gleichgewichts, Tastempfinden, Tiefensensibilität) |
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Selbstvertrauen vermittelt und |
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soziale Erlebnisse und Bindungen unterstützt werden sollen. |
Dies kann bei den unterschiedlichen Störungsmustern in immer wieder verschiedener Weise erforderlich werden. Insbesondere Behinderungen weisen individuelle Störungsmuster auf, so dass Therapie und Rehabilitation immer auf den Einzelnen "zugeschnitten" werden müssen. Die Breite der postulierten Effekte des Kletterns bietet hierfür viele Möglichkeiten
Aufgrund der genannten Qualitäten bietet sich Klettern gerade für bestimmte Behinderungsarten an, wie z. B. bei Personen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen, Verhaltensstörungen, Blinden sowie bei Personen mit eingeschränkter neuromuskulärer Leistungsfähigkeit und Suchterkrankungen.
3. Angestrebte Ziele
Angesichts der Neuartigkeit des therapeutischen Kletterns müssen gegenwärtig zunächst die Grundlagen für eine wissenschaftliche Erfassung der Auswirkungen des Kletterns auf Koordination und Kondition bei behinderten Personen sowie in der Therapie bei verschiedenen Schädigungen und Erkrankungen gelegt werden. Der vorliegende Bericht dient diesem Ziel und soll erste Erfahrungen mit dieser neuen Methode darlegen. Damit kann er ein Beitrag zur Entwicklung geeigneter Methoden der Behandlung und der Evaluation sein. Am Ende des Entwicklungsprozesses sollen gezielte Empfehlungen für die Praxis stehen, die einen indikationsgerechten- und trainingswissenschaftlichen Einsatz ermöglichen.
4. Vorgehensweise
Die Kletterübungen fanden an einem computergesteuerten Klettergerät
(boulder 2800 - s.
Abb. 1) statt. Das weltweit patentierte Gerät besteht im Wesentlichen
aus einer stabilen kreisrunden Kletterfläche (Æ 2,80 m),
die in einer Kombination von Drehung und Neigung über Motoren
bewegt und mit bis zu 70 Klettergriffen bestückt werden kann.
Das bedeutet, dass sich das Terrain während des Kletterns durch
Neigungsveränderung und Rotation laufend verändern kann.
Dies lässt eine sehr hohe Variabilität der körperlichen
Beanspruchung der Trainierenden zu. Je nach Einstellung und Bewegungsprogramm
können völlig Ungeübte bis hin zu Profis anspruchsgerecht
an ein- und demselben Gerät trainieren.
Abb. 1 "boulder
2800" Junioren der österreichischen Nationalmannschaft
beim Klettern
Die Trainingsbelastung kann beständig dem individuellen Leistungsvermögen von gesunden und ebenso von behinderten Personen angepasst werden. Über realisierbare Erfolge wird somit die Motivation zu neuen Trainingszielen gebahnt. Durch die flexible Anpassung an das motorische Vermögen und durch die geringe Kletterhöhe kann das Verletzungsrisiko sehr stark eingeschränkt bzw. ausgeschlossen werden.

Abb. 2 Kinder beim Klettern
Im Rahmen der Erprobung nahmen Kinder vom 10. – 12. Lebensjahr teil (n = 14). Einbezogen wurden 6 Kinder aus einer Grundschule und 8 Kinder aus einer Schule für Geistigbehinderte. Die letztgenannte Gruppe teilte sich in je 4 Kinder, die dem Schweregrad der Behinderung entsprechend zusammengefasst wurden. 4 der geistigbehinderten Kinder zeigten keine motorischen Auffälligkeiten, während die 4 anderen Kinder ein Langdon-Down–Syndrom (Trisomie) mit motorischer Auffälligkeit aufwiesen. Die letztgenannten Kinder hatten die für ihre Behinderung typischen Merkmale, wie: große Ängstlichkeit, motorische Beeinträchtigungen, sprachmotorische Probleme, hohes Sicherheitsbedürfnis und schnelle physisch - psychische Ermüdbarkeit.
Darüber hinaus fanden Einzelerprobungen mit einem mehrfachbehinderten Jungen (12 J., in Folge frühkindlicher Hirnschädigung Geistigbehinderung, Sehbehinderung, orthopädische Deformitäten der Füße, motorisch retardiert) sowie einem nichtsprechenden hochgradig autistischen Jungen (11 J., Asperger-Syndrom, stumm, wahrscheinlich taub, wahrscheinlich in Leistungsnischen normal intelligent, motorische Leistungsinseln – z.B. jonglieren von Bällen mit den Füßen in Rückenlage -, motorische Defizite - z.B. bei Ermüdung Balanceschwierigkeiten, orthopädische Deformitäten – Skoliose -, ...) statt.
Die Kinder übten über einen Zeitraum von 10 Wochen einmal
wöchentlich am boulder 2800.
Zunächst fanden die Übungen an der nichtbewegten Scheibe statt. Sobald eine hinreichende Gewöhnung und damit Sicherheit erreicht war, wurde bei rotierender Scheibe und später mit unterschiedlichen Anstellwinkeln trainiert.
Die Kletterdauer wurde zunächst von den Kindern je nach aktuellem Befinden selbst bestimmt. Zeigten sich motorische Unsicherheiten oder Zeichen von Ermüdung, so wurde durch den Betreuer abgebrochen.
Die motorisch unauffälligen Kinder kletterten allein oder zu zweit, während die motorisch gestörten Kinder grundsätzlich einzeln kletterten, dabei jedoch zumeist durch einen Betreuer begleitet und gesichert wurden.
Mit dem Ziel der Evaluation der Kletterleistung erprobten die Übungsleiter verschiedene hypothetisch mögliche Tests. Hierzu zählte - trotz vorheriger Skepsis - die Ermittlung von definierten Kraftfähigkeiten sowie ein Versuch, durch Ermittlung der Zahl der gekletterten Griffe pro Übung einen Parameter für die Kletterleistung zu finden. Zur besseren Beurteilung wurden Videoaufzeichnungen durchgeführt .
5. Beobachtungen und Erfahrungen
Im Rahmen der Erprobung konnten vom Kletterteam folgende Beobachtungen und Erfahrungen gemacht werden:
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Die Grundschüler sowie die motorisch unauffälligen geistigbehinderten Kinder gewöhnten sich sehr schnell an Gerät und Aufgabe. Bereits nach dem zweiten Übungstag mussten die Kletterzeiten zeitlich limitiert werden, da die Schüler eine große Bewegungsfreude und Ausdauer beim Klettern bewiesen. Erst nach Erhöhung des Schwierigkeitsgrades kam es bei einigen Kindern zu muskulären Ermüdungserscheinungen. Im Zeitraum der Untersuchungen war festzustellen, dass sich die Schüler der Grundschule sowie der ersten Gruppe der geistigbehinderten in Bezug auf das Klettern nicht unterschieden. |
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Bei den Kindern mit Down–Syndrom zeichnete sich ein anderes Bild ab. Die ersten beiden Übungseinheiten dienten zur Adaptation an die ungewohnte Belastung und Verminderung von Angst. Dabei wurde durch die Betreuer immer Kontakt gehalten und somit ausreichend Sicherheit gewährt. Erst mit der 3. Übungseinheit begannen die Kinder, selbständiger zu klettern und die Freude an dieser speziellen Art der Bewegung nahm deutlich zu. |
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Es bewährte sich, dem methodischen Prinzip der aufsteigenden Schwierigkeit folgend zunächst bei stehendem Gerät zu klettern. Für die bewegungsunauffälligen Kinder erwies sich dies jedoch bereits in der ersten Übungseinheit als Unterforderung, weshalb bereits in der Starteinheit nach kurzer Gewöhnungsphase bei rotierender Scheibe gearbeitet werden konnte. Diese Phase verlängerte sich bei den Down-Kindern deutlich, bei denen erst ab dem fünften Trainingstermin an drehender Scheibe geübt wurde, was für diese allerdings eine erhebliche Steigerung mit neuer Qualität entsprach. |
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Bei allen Gruppen war auffällig, dass immer das Bestreben im Klettern nach OBEN bestand. Hier scheint eventuell ein phylogenetischer im motorischen Kortex vorhandener Ablauf zum Tragen zu kommen, der zur Flucht erforderlich war. Bei der Aufforderung nicht nach oben sondern wechselseitig nach links und rechts zu Klettern, waren die motorisch unauffälligen Kinder schnell in der Lage, dies umzusetzen, während die Kinder der Down-Gruppe erhebliche Unsicherheiten zeigten. Teilweise waren sie Anfangs nicht in der Lage, den Körper an der Kletterfläche zu drehen. Durch die Unterstützung des Bewegungsablaufes konnten hier Fortschritte erzielt werden, die bereits nach der 5. Übungseinheit zu einem hohem Maß an Selbständigkeit führten. |
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Die Bemühungen um eine Objektivierung und Evaluation der Kletterleistung waren im Rahmen dieser ersten Erprobung nicht erfolgreich. Der Versuch, die Zahl der gekletterten Griffe pro Zeiteinheit heranzuziehen scheitert an der kaum realisierbaren Standardisierung des Tests. Zwar können Stellung, Orientierung und Bewegungen der Kletterscheibe und damit der Kletterkurs räumlich und zeitlich reproduziert werden (Gerät ist programmierbar), welchen individuellen Lösungsweg der Proband dabei aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Griffe und Tritte wählt, bleibt jedoch völlig offen, womit keine hinreichende Vergleichbarkeit möglich wird. Zudem ist eine optimale Klettertechnik durch ökonomische Abläufe gekennzeichnet: Der beübte wird die am günstigsten gelegenen Griffe wählen und so weniger Kontakte für die gleiche Anforderung benötigen, was weniger körperliche Anstrengung aber bessere Effektivität bedeutet. Bei den Geistigbehinderten kommen kognitive und motivationale Schwierigkeiten sowie eine hohe mentale Ermüdbarkeit hinzu. Damit ist nicht gewährleistet, dass die Testaufgabe richtig verstanden und akzeptiert wurde und die Aufgabenspannung über die erforderliche Zeitspanne hinweg aufrecht erhalten werden kann. Diese Hindernisse lassen auch alle Bemühungen scheitern, bei Geistigbehinderten mittelbar Trainingseffekte wie Körperspannung, Kraft, Koordination mit hinreichender Güte zu erfassen. |
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Im Gespräch gaben Betreuer und Pädagogen der geistigbehinderten Kinder ihren Eindruck wieder, dass die Kinder mit sprachmotorischen Beeinträchtigungen in der Zeit des Kletterns deutliche Fortschritte machten. Eine Hypothese für diesen Effekt wäre die starke Konzentration und der gezielte Einsatz von Händen und Füssen, was zur Anregung der Hirndurchblutung führen kann. Inwieweit sich hier ein Zusammenhang nachweisen lässt, ist weiteren Untersuchungen vorbehalten. |
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Aus motivationaler
Sicht eignet sich das Klettergerät boulder
2800 sehr gut für die Arbeit mit Kindern, da
es einen hohen Aufforderungscharakter besitzt. Es war - mit
Ausnahme der Down-Kinder - kein Problem, zum Klettern zu motivieren.
Die Kinder mussten in der Regel eher gebremst werden, um die
Sicherheit zu gewährleisten. Damit dürfte gerade das
sonst so eintönige und wenig beliebte Training von Körperspannung
sowie Hand- und Fußkraft kein Problem mehr darstellen. |
Empfehlungen zum Klettern – methodische Abfolge
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Methodischer
Schritt |
Funktion
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1.
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Vorstellung von Klettergeräten, Kletterwänden und Demonstration von einfachen Bewegungen
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Visualisierung
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2.
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Kennenlernen der Griffe, Möglichkeiten des Festhaltens, Sicherheit durch die Übungsleiter (Hilfestellung, Körpernähe, Sicherungstechnik)
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Vertrauen schaffen
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3.
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erste Kletterbewegungen mit Sicherung bei fest stehender Kletterfläche, günstige Bewegungsrichtung ist zuerst der Weg nach oben;
Beachte: das Abwärtsklettern fällt anfangs oft schwer, Sicherheit ständig gewähren
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Adaptation an die spezifische Kletterbe-wegung
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4.
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nach sicherem Beherrschen von Greifen, Halten, Beinarbeit sowie schon etwas Dynamik beim Klettern, Üben des Richtungswechsels (Queren) mit Führen und Hilfen des Übungsleiters
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Veränderung und Kom-bination der Kletter-bewegung nach oben, unten und zur Seite
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5.
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schrittweise Erhöhung des Grades an Selbständigkeit durch Reduzierung der Hilfestellung, Verlängerung der Kletterzeit unter Ausnutzung der gesamten Kletterfläche
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Selbständigkeit, Verstärkung von Trainingseffekten
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6.
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Veränderung des Schwierigkeitsgrades durch Neigungsänderung der Kletterfläche und ggf. Drehung, bei fest stehenden Kletterwänden durch Veränderung der Griffanordnung
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Fordern von Variabilität, anspruchsvolle Form des Trainings
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Zusammenfassend: Während der 10 Übungseinheiten konnte beobachtet werden, dass alle Kinder zunehmend Gefallen an dieser speziellen Form der physischen Beanspruchung fanden. Aus unserer Sicht eignet sich das Klettern in der Therapie als eine sehr sinnvolle Ergänzung der bisherigen Vorgehensweise. Die Konzentration beim Klettern auf richtigen Einsatz von Händen und Füssen, Körperspannung und verbale Äußerungen, lenkt vom momentanen Grad der Beanspruchung ab. Somit können auch Kinder in den Bereich eines Koordinations- und Aufbautrainings geführt werden, die ansonsten beständig vor der physiologisch erforderlichen Schwelle aufgeben. Darüber hinaus ergibt sich der Eindruck, dass die Übungen zu einer Verbesserung der Bewegungswahrnehmung und Sicherheit führen.
Das Problem der Evaluierung konnte mit den erprobten Mitteln nicht gelöst werden. Dies dürfte allerdings eher ein Ausdruck für die methodologischen Grenzen bei der Erfassung komplexer Abläufe als für die Unwirksamkeit des therapeutischen Kletterns sein. Um die Effizienz dieser neuen Therapieform zu untersuchen bedarf es aufwändigerer kontrollierter prospektiver Outcome-Studien. Bis zu deren Fertigstellung lohnt es sich auf Grundlage unserer bisherigen Erfahrungen aus unserer Sicht dennoch, therapeutisches Klettern bei verschiedenen Indikationen zu erproben. Hier scheinen auch neurologische Krankheitsbilder, wie die gegenwärtig in unserem Hause betreute Multipler Sklerose relevant zu sein.
Literatur:
Güllich, W. und A. Kubin: Sportklettern heute, München 1989.
Köstermeyer, G.: Peak Performance, Klettertraining von A – Z, München 1999.
Krick, M.: Kletterurlaub mit SI – Kindern, in: Ergotherapie & Rehabilitation, 1995.
Mehlhorn, Y.: Therapeutisches Klettern, Diplomarbeit , Universität Potsdam 1999.
Meinel, K. und G. Schnabel: Bewegungslehre – Sportmotorik, Berlin 1987.
Bildmaterial – D. Lazik
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